Lieber Konzentration statt Multitasking!

Wir lassen den Fernseher laufen, während wir lesen; wir lassen uns von der Arbeit ablenken, sobald eine Mail im Posteingang auftaucht; wir telefonieren während der Autofahrt etc. Das viel zitierte „Multitasking“ gilt inzwischen als Tugend in einer Gesellschaft, die im permanenten Zeitmangel lebt. Aber funktioniert Multitasking und ist es letztendlich überhaupt sinnvoll?

Eher weniger, wie diverse Studien zeigen: Wenn das Gehirn trainiert wird, häufig mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, sinkt erwiesenermaßen die Fähigkeit, konzentriert eine schwierige Aufgabe zu lösen. Im Job führt das permanente Hin- und Herspringen zwischen verschiedenen Aufgaben oftmals sogar zu mehr Stress. Fest steht: Wer eine Sache konzentriert angeht, macht weniger Fehler, die er hinterher ausbügeln muss. Und schneller ist er auch noch.

Auch beim Telefonieren scheinen sich viele gerne anderen Dingen zu widmen – sieht ja schließlich keiner, oder? Eine Studie des Conferencing Providers Intercall hat untersucht, was Mitarbeiter während Telefonkonferenzen so alles anstellen, wenn sie mobil unterwegs sind. Einige der skurrilen Aussagen: Einige der Befragten saßen während eines telefonischen Meetings bei McDonalds, zogen sich gerade in einer Umkleidekabine um, waren mit dem Hund Gassi oder standen als Hochzeitsgast hinter einer Kirche, während drinnen die Trauung lief. Folgende Tätigkeiten muten da schon eher harmlos an: Andere Arbeit erledigen (65 Prozent), Mailen (63 Prozent) oder Kochen beziehungsweise Essen (55 Prozent). Übrigens nimmt fast jeder Zweite (47 Prozent) das Handheld in „dringenden Fällen“ während der Konferenz mit aufs Klo.

Auch wenn es oft schwerfällt, so sollten Sie sich insbesondere bei Kundentelefonaten ganz dem Kunden widmen. Ein aufmerksamerGesprächspartner merkt durchaus, wenn Sie mit etwas anderem beschäftigt sind und Ihre Antwort beispielsweise nicht ganz zu seinerFrage passt, die Reaktionszeit zu lang ist oder Zuhörsignale fehlen. Das wirkt sowohl unhöflich als auch wenig wertschätzend. Schenken Sie Ihrem Ansprechpartner lieber Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse. Er wird es Ihnen danken.