Ein Gedicht zum Jahresende und Jahreswechsel

Wie war dies Jahr?

Wie war dies Jahr, was hat gezählt, was hat genervt in seinen Tagen,
was war gelogen und was wahr, was lässt sich überhaupt noch sagen?
Die Wahrheit trügt, die News sind fake; und welche zweifelhaften Fakten
nimmt jeder Mensch, von dem, der lügt, als wahr und gültig zu den Akten?

Wo steht die Welt? Geht es ihr gut? Was ist zu fürchten und zu hoffen?
Regiert sie wirklich nur das Geld? Was in der Zukunft ist noch offen?
Der Mensch verroht, der Frieden wankt durchs Zepter grausiger Despoten,
die Freiheit stirbt, das Recht bedroht; wird jedes freie Wort verboten?

Was bleibt von dem, das menschlich ist, in diesen hoch verwirrten Zeiten,
und welches künstliche Problem lässt Völker unerbittlich streiten?
Der Krieg normal, der Hunger plagt, die Flucht aus Not wird zum Verbrechen,
die Fremdenangst macht radikal, aus Wut und Hass wird Wahlversprechen.

Das „gute Buch“, wer schätzt es noch, das unser Leben stets verschönte,
und das mit Haptik und Geruch den guten Tag am Abend krönte?
Ist nur abstrakt, was wir noch tun, in multimedialen Welten,
wird jeglicher Sozialkontakt in freier Wildbahn für uns selten?

Wer weiß denn schon, was morgen kommt? Gemeinsam können wir es lenken,
mit nicht so viel Testosteron, mit Güte, Mut und frischem Denken,
das uns befreit von all dem Wahn, dem Lügen, Morden und Berauben.
Beginnen wir zur Weihnachtszeit, an eine solche Welt zu glauben.

(Vielen Dank für dieses wunderschöne Gedicht an den Urheber: Thomas SpiekermannPSPR GmbH)