VoIP: Technologie mit Problemchen

VoIP: Technologie mit Problemchen

Eine aktuelle Untersuchung der europäischen Statistikbehörde Eurostat zur Nutzung von Breitbandanschlüssen und Internettelefonie zeigt: Noch immer nutzen in Deutschland lediglich 21 Prozent Voice over IP (VoIP). Litauen und Lettland bringen es hingegen auf über weit über 50 Prozent VoIP-Telefonanschlüsse, auch die Franzosen telefonieren zu über einem Drittel per Internet. Insgesamt nutzt fast ein Drittel der europäischen Bürger (28 Prozent) VoIP.

Vor allem für Unternehmen gibt es gute Argumente für die Ablösung herkömmlicher Telefonnetze: So könnte beispielsweise an den Kosten gespart werden: Benötigte man bisher zwei Netzwerke, eins für Telefonie und eins für Datenanwendungen, kann durch VoIP die Infrastruktur auf ein einziges Datennetz reduziert werden. Dadurch entfallen doppelte Verkabelung und Netzwerktechnik, weniger Personal ist ebenfalls nötig.

Bei meinen Klienten sind die VoIP-Nutzer noch in der Minderheit. In einem Exklusiv-Interview für diesen Newsletter rät Carsten Fischer, Geschäftsführer der Fischer Software GmbH & Co. KG, der bereits seit 2009 auf VoIP setzt, jedoch noch zur Vorsicht: „Das erste Jahr nach dem Umstieg war mit technischen Problemen gespickt. Die Sprachqualität war teilweise sehr schlecht und es kam immer wieder zu Problemen bei der Erreichbarkeit von außen.“ Es dauerte relativ lange, bis alle Schwierigkeiten beim Berliner Anbieter der CRM-/DMS-Software „Outlook Infodesk“ beseitigt wurden: „Das war erst durch komplizierte Einstellungen am Internet-Router und vielen Rückfragen beim Provider möglich“, berichtet der Geschäftsführer weiter.

Nur ein Providerwechsel  2010 und der Umstieg auf eine eigene, softwarebasierte Telefonanlage brachten die gewünschten Ergebnisse und Verbesserungen. Detailprobleme sind nach wie vor vorhanden, so Fischer: „Es gibt aber auch viele Vorteile wie die direkte Telefonie-Integration in Outlook, die das Hinaustelefonieren ermöglicht, oder die Anzeige des Anrufernamens bei eingehenden Anrufen.“ Carsten Fischers Fazit: Für den privaten Bereich ist VoIP gut geeignet. Im geschäftlichen Einsatz muss immer noch mit Einschränkungen gerechnet werden.